Das jugendliche Dampfen ist in Neuseeland stark zurückgegangen und das Rauchen unter Teenagern hat einen historischen Tiefstand erreicht. Dies geht aus neuen nationalen Daten der ASH Year 10 Snapshot Survey hervor.
Gesundheitsexperten sagen, dass die Ergebnisse direkt die Behauptung widerlegen, dass das Dampfen für junge Menschen ein „Einstieg“ in das Rauchen ist.
Die Umfrage, für die mehr als 31.000 Schüler der Jahrgangsstufe 10 im Alter von 14 und 15 Jahren im Jahr 2025 befragt wurden, zeigt, dass das Dampfen neben den konstant niedrigen Raucherquoten weiter zurückgeht.
Dampfen sinkt, Rauchen bleibt niedrig
Der Umfrage zufolge fiel das tägliche Dampfen von 8,7 Prozent im Jahr 2024 auf 7,1 Prozent im Jahr 2025. Regelmäßiges Dampfen ging von 14,1 Prozent auf 11,2 Prozent zurück und setzte damit einen Abwärtstrend fort, der nach dem Höchststand im Jahr 2021 begann.
Die Raucherquote unter jungen Menschen blieb niedrig und stabil. Das tägliche Rauchen lag im Jahr 2025 bei 1,1 Prozent, während das regelmäßige Rauchen bei 2,5 Prozent verzeichnet wurde. Beide Zahlen gehören zu den niedrigsten, die seit Beginn der Erhebung im Jahr 1999 verzeichnet wurden.
Gleichzeitig ist der Anteil der Teenager, die noch nie geraucht haben, weiter gestiegen. Im Jahr 2025 gaben 89,4 Prozent der Schüler an, noch nie eine Zigarette probiert zu haben, gegenüber 88,3 Prozent im Jahr zuvor.
Beweise gegen die „Gateway“-Theorie
Internationale Gesundheitsexperten sagen, dass die neuesten Daten die Behauptung widerlegen, dass das Dampfen junge Menschen unweigerlich zum Rauchen verleitet.
Dr. Delon Human, Vorsitzender von Smoke Free Sweden und ehemaliger Generalsekretär des Weltärztebundes, sagte: „Die Panikmacher sind eines Besseren belehrt worden. Die neuseeländischen Daten zeigen, dass die ‚Gateway‘-Theorie der realen Welt nicht standhält.
„Das Rauchen bei Jugendlichen geht weiter zurück, auch wenn es für Erwachsene sicherere Alternativen gibt. Das zeigt, dass Jugendschutz und Schadensbegrenzung für Raucher sich nicht gegenseitig ausschließen.“
Die Umfrage ergab auch einen Rückgang des Dampfens bei Studenten, die nie geraucht haben. Das tägliche Dampfen unter Nie-Rauchern fiel von 3,7 Prozent im Jahr 2024 auf 3,0 Prozent im Jahr 2025, während das regelmäßige Dampfen von 7,6 Prozent auf 5,7 Prozent zurückging.
Unter den Studenten, die täglich rauchen, ist der Anteil der Dampfer weiterhin hoch: 82,8 Prozent geben an, täglich zu dampfen und 93,2 Prozent, regelmäßig zu dampfen.
Unterschiede nach ethnischer Herkunft und Geschlecht
Die Daten zeigen einen statistisch signifikanten Rückgang des Dampfens in verschiedenen ethnischen Gruppen.
Das tägliche Dampfen sank unter Māori-Studenten von 20,9 Prozent auf 16,5 Prozent und unter europäischen/Pākehā-Studenten von 5,7 Prozent auf 4,7 Prozent. Auch das regelmäßige Dampfen ging unter den Māori, pazifischen und europäischen/Pākehā-Studenten zurück.
Die Nichtraucherquote stieg unter Māori und europäischen/Pākehā-Studenten, während die Zahl derer, die das Dampfen jemals ausprobiert haben, in beiden Gruppen zurückging. Die Māori-Studenten verzeichneten weiterhin die höchsten Werte beim Dampfen, während asiatische Studenten die niedrigsten Werte meldeten.
Aufgeschlüsselt nach Geschlecht wurde bei den Māori und den Nicht-Māori unter den nicht-pazifischen Jungen und Mädchen ein statistisch signifikanter Rückgang des täglichen und regelmäßigen Rauchens festgestellt.
Auswirkungen auf die Politik
Neuseeland ist eines der wenigen Länder, die sich dem offiziellen Status „rauchfrei“ nähern, der definiert ist als tägliche Raucherprävalenz unter fünf Prozent bei Erwachsenen. Die nationale Raucherquote ist in weniger als einem Jahrzehnt auf 6,8 Prozent gesunken, nachdem die Regierung das Dampfen als sicherere Alternative für erwachsene Raucher gefördert hat.
Dr. Human sagte, die Ergebnisse sollten die politischen Entscheidungsträger dazu veranlassen, ihren Ansatz zu überdenken. „Alle zuverlässigen Beweise zeigen, dass eine intelligente Regulierung Leben rettet“, sagte er. „Eine Politik, die sich auf Angst statt auf Wissenschaft gründet, riskiert den Schutz von Zigaretten, dem gefährlichsten Produkt von allen.
Die ASH Year 10 Snapshot Survey wird jährlich unter Verwendung von Peer-Review-Methoden durchgeführt und verfolgt das Rauch- und Vaping-Verhalten von Jugendlichen seit 1999. Die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass das Dampfen und Rauchen unter Jugendlichen weiter zurückgeht, während der Anteil der Jugendlichen, die noch nie geraucht haben, weiter steigt.
