- Verdampfen reduziert die Belastung durch giftige Chemikalien um bis zu 98 Prozent, einschließlich der wichtigsten Karzinogene
- Erhitzte Tabakprodukte (HTPs) reduzieren Schadstoffe um bis zu 91 Prozent
- Einige Emissionen in Vapes und HTPs liegen unter den nachweisbaren Grenzwerten
- Alternativen sind nicht harmlos, bieten aber eine weniger schädliche Option für Raucher, die nicht aufhören können
Erhitzte Tabakprodukte (HTPs) und Verdampfer reduzieren die Belastung durch schädliche Chemikalien um mehr als 90 Prozent im Vergleich zu Zigaretten, so eine wichtige neue Studie.
Die im International Journal of Environmental Research and Public Health veröffentlichte und von Experten begutachtete Analyse vergleicht die Emissionen von brennbaren Zigaretten, HTPs und Vapes.
Die Untersuchung stützt sich auf reale Daten aus 15 unabhängigen Studien und kommt zu dem Ergebnis, dass HTPs und Vapes die Belastung mit toxischen Substanzen um bis zu 91 Prozent bzw. 98 Prozent pro Zug reduzieren.
Darin heißt es: „Basierend auf der Analyse der empirischen Daten der neuesten unabhängigen Studien werden die Konzentrationen von inhalierten HPHCs bei der Verwendung von erhitzten Tabakerzeugnissen oder E-Zigaretten um 91-98 Prozent reduziert; daher könnten diese für diejenigen, die nicht aufhören können, eine weniger schädliche Alternative darstellen.“
Diese groß angelegte Untersuchung gehört zu den umfassendsten, die bisher durchgeführt wurden. Es wurden nur Studien berücksichtigt, die validierte Testmethoden verwendet haben, und Studien mit Verbindungen zur Tabakindustrie wurden ausgeschlossen.
Warum Rauchen so schädlich ist
Brennbare Zigaretten brennen bei über 500°C und setzen dabei mehr als 7.000 Chemikalien frei, von denen etwa 100 von den Gesundheitsbehörden als schädlich oder potenziell schädlich eingestuft werden.
Dazu gehören bekannte Karzinogene wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAHs) und tabakspezifische Nitrosamine (TSNAs) sowie flüchtige organische Verbindungen (VOCs), Kohlenyle und Kohlenmonoxid.
„Verbrennungsbasierte Produkte sind für Raucher am schädlichsten“, so die Studie.
Im Gegensatz dazu erhitzen HTPs echten Tabak bei niedrigeren Temperaturen (unter 400°C) ohne Verbrennung. Dadurch wird die Bildung von giftigen Stoffen erheblich reduziert. Vapes hingegen funktionieren anders: Sie verdampfen eine Flüssigkeit, die Nikotin, Propylenglykol, Glycerin und Aromastoffe enthält, ohne den Tabak zu verbrennen.
Was die Daten zeigen
Um die Produkte genau vergleichen zu können, standardisierten die Forscher die Daten zu den chemischen Emissionen, indem sie alle Messungen auf eine Basis pro Puff umrechneten. Die Analyse ergab:
- PAKs (potente Karzinogene): um 96 Prozent in HTPs reduziert, 99 Prozent in Vapes
- VOCs (flüchtige organische Verbindungen): reduziert um 99 Prozent bei HTPs, 100 Prozent bei Vapes
- Carbonyls (z.B. Formaldehyd, Acetaldehyd): 65 – 95 Prozent weniger in HTPs, nahezu eliminiert in Vapes
- TSNAs (tabakspezifische Nitrosamine): Rückgang um 89 – 94 Prozent bei HTPs, 99 Prozent bei Vapes
- Kohlenmonoxid: reduziert um 98 Prozent bei HTPs, 99 Prozent bei Vapes
In vielen Fällen lagen die chemischen Konzentrationen in HTP- und Vape-Emissionen unter den nachweisbaren Grenzwerten, was darauf hindeutet, dass einige Giftstoffe im Vergleich zum Zigarettenrauch nahezu vollständig eliminiert wurden.
Die Autoren fanden auch heraus, dass die Konzentrationen toxischer Metalle wie Blei und Kadmium – die bei erhitzten oder verdampften Produkten oft ein Problem darstellen – in Vapes und HTPs deutlich niedriger waren als in Zigaretten.
Eine weniger schädliche Alternative
Die Autoren der Studie betonen, dass Vapes und HTPs zwar nicht risikofrei sind, aber eindeutig viel weniger schädlich als Rauchen. Für erwachsene Raucher, die nicht in der Lage oder nicht gewillt sind, ganz mit dem Nikotin aufzuhören, könnte der Umstieg auf ein rauchfreies Produkt die Gesundheitsrisiken erheblich verringern.
„Eine solche signifikante Verringerung der HPHCs führt zu einer geringeren Belastung mit toxischen Substanzen, was wiederum zu weniger negativen gesundheitlichen Auswirkungen für Raucher führt“, so die Studie.
Das Papier befürwortet diese Produkte nicht für Nichtraucher und bekräftigt, dass die beste Option für die Gesundheit darin besteht, mit dem Nikotinkonsum vollständig aufzuhören. Es unterstützt jedoch die Rolle alternativer Produkte in Strategien zur Schadensbegrenzung, insbesondere in Ländern, in denen die Raucherquoten nach wie vor hoch sind und der Zugang zu Entwöhnungsdiensten begrenzt ist.
Keine Verbrennung = weniger giftige Substanzen
Die Autoren stellen fest, dass sowohl HTPs als auch Vapes aufgrund der Tatsache, dass sie nicht verbrannt werden, weit weniger toxische Substanzen produzieren als herkömmliche Zigaretten. Die Kombination aus deutlich geringeren Mengen an bekannten Karzinogenen, weniger Reizstoffen für die Atemwege und einer stark verringerten Kohlenmonoxidbelastung spricht für ihre Einstufung als „weniger schädliche Alternative“.
Die Untersuchung ergänzt eine wachsende Zahl unabhängiger Beweise dafür, dass der Umstieg auf rauchfreie Produkte die Exposition eines Rauchers gegenüber den Chemikalien, die am stärksten mit Krebs, Herzerkrankungen und anderen tabakbedingten Krankheiten in Verbindung gebracht werden, drastisch reduzieren kann.
