Mexiko will einige der härtesten Strafen der Welt gegen das Dampfen verhängen. Neue Gesetzesreformen würden die Produktion und den Verkauf von Vapes landesweit kriminalisieren.
Der Senat hat Änderungen am allgemeinen Gesundheitsgesetz verabschiedet, die es den Behörden ermöglichen, Gefängnisstrafen von bis zu acht Jahren und Geldstrafen von bis zu 226.000 Pesos ($12.500) für illegale kommerzielle Aktivitäten mit Vapes zu verhängen. Die Reformen wurden am 10. Dezember verabschiedet, nachdem sie einen Tag zuvor das Unterhaus passiert hatten.
Geteilte Abstimmung nach längerer Debatte
Die Abstimmung war entscheidend, aber gespalten. Nach einer fast dreistündigen Debatte stimmten die Senatoren mit 76 zu 37 Stimmen bei einer Enthaltung für das Gesetz. Das Gesetz muss nun noch von Präsidentin Claudia Sheinbaum verabschiedet werden, die die Reformen vorgeschlagen und öffentlich unterstützt hat.
Kommerzielle Verkäufe, die nicht auf den persönlichen Gebrauch abzielen
Die Änderungen sehen ein landesweites Verbot der Herstellung, der Einfuhr, des Verkaufs und der Werbung für Vapes und Vape-Produkte vor. Der persönliche Gebrauch und Besitz würde nicht bestraft, so der verabschiedete Text.
Argumente der öffentlichen Gesundheit treiben die Reform voran
Die Befürworter des Gesetzentwurfs sagten, die Maßnahmen seien notwendig, um das zu bekämpfen, was sie als schnelles und unreguliertes Wachstum des Vape-Marktes, insbesondere unter jungen Menschen, beschrieben. Die Gesetzgeber, die die Reform unterstützen, führten Bedenken wegen der Nikotinabhängigkeit und der Belastung durch schädliche Substanzen, einschließlich Metalle und Karzinogene, an.
Opposition warnt vor Schwarzmarktrisiken
Kritiker warnten jedoch, dass die Razzia den Markt in den Untergrund treiben könnte. Die Senatoren der Opposition argumentierten, dass ein Verbot das organisierte Verbrechen stärken würde, anstatt die öffentliche Gesundheit zu schützen. Während der Debatte bezeichnete Gina Campuzano von der PAN-Partei die Reform als „zynische Nebelkerze“, während die PRI-Gesetzgeberin Carolina Viggiano sagte: „Der Staat muss regulieren, nicht verbieten.“
Werbeverbot und Legaldefinition hinzugefügt
Die Reform definiert Vapes auch formell als „Geräte, die flüssige oder gelartige Substanzen erhitzen oder verdampfen“ und verbietet alle Formen der Werbung in Print-, Rundfunk- und digitalen Medien.
Gesetz tritt nach Veröffentlichung in Kraft
Nach der Unterzeichnung durch den Präsidenten wird das Gesetz mit der Veröffentlichung im Diario Oficial de la Federación in Kraft treten und stellt eine erhebliche Verschärfung der mexikanischen Maßnahmen gegen Vaping-Produkte dar.
Das harte Durchgreifen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem globale Gesundheitsexperten davor warnen, dass Mexikos harte Haltung gegenüber sichereren Nikotin-Alternativen die öffentliche Gesundheit eher verschlechtert als verbessert.
Mexikos steigende Raucherquote
Ein großer internationaler Bericht, der in diesem Jahr veröffentlicht wurde, argumentiert, dass das Verbot von Produkten wie Vapes mit steigenden Raucherquoten und vermeidbaren Todesfällen in Verbindung steht, und stellt den prohibitionistischen Ansatz Mexikos dem schwedischen Modell der Schadensbegrenzung gegenüber.
Der Bericht Tale of Two Nations (Geschichte zweier Nationen) zeigt, dass die Raucherquote bei Erwachsenen in Mexiko von 16,5 Prozent im Jahr 2009 auf 19,5 Prozent gestiegen ist, während die Quote in Schweden um mehr als die Hälfte auf 5,3 Prozent gesunken ist – und seitdem auf 4,5 Prozent gefallen ist, was der Definition der Weltgesundheitsorganisation für ein rauchfreies Land entspricht.
Das Rauchen wird in Mexiko für etwa 65.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich gemacht, während Schweden in Europa eine der niedrigsten tabakbedingten Krankheits- und Todesraten aufweist.
„Die Beweise sind unbestreitbar“, sagte Dr. Delon Human, Autor des Berichts und Leiter von Smoke Free Sweden. „Schwedens Ansatz zur Schadensbegrenzung hat die Raucherquoten stark reduziert und die durch das Rauchen verursachten Krankheiten verringert, während Mexikos Verbot sicherer Alternativen die Bevölkerung im Stich lässt.“

