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Deutschland plant eine erneute Erhöhung der E-Zigaretten-Steuer, während die Branche warnt, dass bereits die Hälfte des Marktes illegal sei

Deutschland plant eine weitere Erhöhung der Steuern auf E-Zigaretten, während ein Branchenverband davor warnt, dass illegale Produkte bereits schätzungsweise die Hälfte des Marktes ausmachen.

Der Gesetzentwurf der Regierung, der dem Bundestag am 7. September vorgelegt wurde, sieht jährliche Erhöhungen der Verbrauchsteuer auf E-Liquids von Januar 2027 bis 2030 vor.

Laut einem Bericht von „Lebensmittel Praxis“, der sich auf die Deutsche Presse-Agentur (dpa) stützt, streben Abgeordnete der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD jedoch eine stärkere anfängliche Erhöhung an.

Der Verband der E-Zigaretten-Branche „Bündnis für Tabakfreien Genuss“ (BfTG) warnt davor, dass weitere Preiserhöhungen dazu führen könnten, dass sich mehr Kunden an illegale Anbieter wenden.

Was würde sich ändern?

Der Gesetzentwurf der Regierung sieht vor, die Verbrauchsteuer auf E-Liquid am 1. Januar 2027 von 0,32 € auf 0,33 € pro Milliliter anzuheben, gefolgt von jährlichen Erhöhungen auf 0,34 € im Jahr 2028, 0,35 € im Jahr 2029 und 0,36 € ab dem Jahr 2030.

Für eine 10-ml-Flasche würde dies im nächsten Jahr eine Verbrauchsteuer von 3,30 € bedeuten, die bis 2030 auf 3,60 € steigen würde. Diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf die Verbrauchsteuer, ohne Mehrwertsteuer.

Der gemeldete Koalitionsvorschlag würde den Steuersatz bereits ab Januar 2027 auf 0,35 € pro Milliliter anheben. Nach Schätzungen des BfTG würde dies die Kosten für eine typische 10-ml-Flasche um rund 0,36 € (inkl. MwSt.) erhöhen.

Der höhere Betrag ist unabhängig von dem im veröffentlichten Gesetzentwurf der Regierung festgelegten Satz von 0,33 €. Der endgültige Satz unterliegt weiterhin dem Gesetzgebungsverfahren.

Die Branche warnt vor zunehmendem illegalem Handel

Laut BfTG ist der Anteil des Schwarzmarktes von geschätzten 40 Prozent auf 50 Prozent gestiegen, nachdem die Verbrauchsteuer im Januar um sechs Cent auf 0,32 Euro pro Milliliter angehoben wurde. Der Vorsitzende der Organisation, Dustin Dahlmann, warnte davor, dass sich dieser Trend fortsetzen könnte, sollten die Steuern erneut stark ansteigen. Die Zahl von 50 Prozent ist eine Schätzung der Branche.

Die Regierung strebt höhere Einnahmen an

Die Vorschläge sind Teil eines umfassenderen Pakets von Tabaksteuemaßnahmen, das neben E-Liquids auch Zigaretten, Tabak zum Selbstdrehen und erhitzten Tabak umfasst.

Die Regierung erklärt, die Änderungen würden dazu beitragen, den Druck auf den Bundeshaushalt zu mindern und gleichzeitig die Ziele im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu unterstützen, darunter die Eindämmung des Rauchens bei Jugendlichen und Erwachsenen.

Für das gesamte Paket rechnet man im Jahr 2027 mit zusätzlichen Einnahmen in Höhe von 756 Millionen Euro, die bis 2030 auf rund 3,59 Milliarden Euro ansteigen sollen. Diese Gesamtbeträge umfassen alle betroffenen Produktkategorien.

Speziell für E-Liquids sieht der Gesetzentwurf zusätzliche Verbrauchsteuereinnahmen in Höhe von 26 Millionen Euro im Jahr 2027 und 44 Millionen Euro im Jahr 2030 vor.

Außerdem wird davon ausgegangen, dass die Unternehmen die zusätzliche Steuer vollständig an die Verbraucher weitergeben werden.

Weitere Änderungen könnten folgen. Dem Gesetzentwurf zufolge muss Deutschland möglicherweise seine Rechtsvorschriften und gegebenenfalls auch seine Steuersätze erneut anpassen, sobald die Verhandlungen über die überarbeitete EU-Richtlinie zur Tabaksteuer abgeschlossen sind.

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