
Eltern in Australien „verstehen die neuen, verwirrenden Vape-Gesetze nicht“, zeigt ein von der Regierung finanziertes Gutachten.
Seit Oktober dürfen Vapes im Land nur noch in einer Apotheke nach einer Beratung durch einen Apotheker legal erworben werden. Einweg- und aromatisierte Vapes (außer Minze, Menthol und Tabak) wurden ebenfalls verboten und es wurde eine Obergrenze für den Nikotingehalt eingeführt.
Der Bericht – in Auftrag gegeben vom Federal Government Department of Health, dem New South Wales (NSW) Ministry of Health, dem Cancer Institute NSW und der Minderoo Foundation – ergab jedoch, dass viele Eltern kaum oder gar keine Kenntnis von der neuen Gesetzgebung haben.
„Ich bin ahnungslos“,
lautete eine der Äußerungen: „Viele [Eltern] gaben an, dass sie nur begrenzte oder gar keine Kenntnis von den Gesetzen hatten, wobei sich ein Teilnehmer selbst als ‚ahnungslos‘ beschrieb.“
Die in der Health Promotion Journal of Australia veröffentlichte Studie stellte fest, dass es offensichtliche Verwirrung über Aspekte des Gesetzes in Bezug auf Kauf, Lieferung und Besitz gibt.
So dachte beispielsweise ein Teilnehmer, dass das gesetzliche Mindestalter für den Kauf von Vapes bei 12 Jahren liege, während andere davon ausgingen, dass Vapes ausschließlich Erwachsenen (ab 18 Jahren) vorbehalten seien.
Viele der befragten Eltern gaben an, dass sie glaubten, die Vape-Gesetze seien identisch mit den Tabakgesetzen, etwa was rauchfreie Bereiche in öffentlichen Räumen angeht.
Die Teilnehmer waren zudem der Ansicht, dass es Nuancen gebe, wonach Kinder Vapes, jedoch keine E-Liquids kaufen könnten, und es herrschte Unsicherheit darüber, wann die Gesetze in Kraft treten würden.
Vape-Gesetze „sinnlos“
Die australische Regierung hatte ursprünglich Vapes ohne Rezept illegal gemacht, ist im letzten Sommer jedoch zurückgetreten, um die Unterstützung der Grünen zu gewinnen.

„Viele Teilnehmer lernten während der Gruppendiskussionen die Details der aktuellen Gesetze kennen“, hieß es in der Studie. „Die Teilnehmer gaben zu, dass sie nicht wussten, dass früher ein Rezept erforderlich war, um nikotinhaltige Vapes zu kaufen.
Eltern zeigten sich darüber überrascht und kommentierten, dass dies nicht ihren Erwartungen an die Gesetze entsprach, insbesondere angesichts der vermeintlich leichten Zugänglichkeit und Sichtbarkeit von Vapes.“
Einige Eltern sagten, sie fänden die strengen Vape-Gesetze „sinnlos“, da weit schädlichere Zigaretten immer noch problemlos erhältlich seien. Andere argumentierten, dass Erwachsene alt genug seien, um sich der potenziellen Risiken bewusst zu sein und selbst zu entscheiden, ob sie dampfen möchten oder nicht.
Vape-Nutzung bleibt weit verbreitet
Der Bericht fügte hinzu: „Diskussionen über Vape-Gesetze und darüber, was sie beinhalten und was nicht, schienen bei einigen Teilnehmern, die in bestimmten Bereichen um Klärung baten, weitere Verwirrung zu stiften.“
Viele Teilnehmer äußerten Überraschung darüber, dass die Nutzung, der Zugang und der Verkauf von Vapes trotz der Gesetze sehr verbreitet seien.
Einige gingen sogar so weit, über die paradoxe Natur eines illegalen Verhaltens zu sprechen, das so offen praktiziert und gesellschaftlich akzeptiert wird. Dabei wurde die Rolle von Händlern wie Vape-Shops, Tabakläden und Tankstellen als Problem aufgezeigt und von vielen als Beispiel dafür hervorgehoben, warum die Gesetze nicht effektiv sind.
„Konkret glaubten die Eltern, dass einige Händler wissentlich Vapes – auch nikotinhaltige Vapes – an Minderjährige verkaufen“, hieß es in dem Bericht.
Insgesamt nahmen 92 Personen an der Studie in 18 Fokusgruppen teil.
Die Studie schloss:
„Es ist von größter Bedeutung, dass das öffentliche Wissen über Vape-Gesetze korrekt ist und effektiv kommuniziert wird. Eltern sind öffentliche Gesundheitsverbündete in diesem Bereich und können eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Jugendvapings spielen – sie müssen jedoch in ihrem Handeln unterstützt werden.“

