- In der Übersichtsarbeit werden die giftigen Chemikalien im Tabakrauch als zentrale Ursache für durch das Rauchen bedingte Krebserkrankungen identifiziert.
- Darin heißt es, dass Nikotin an sich nicht krebserregend ist.
- Nikotin macht nach wie vor süchtig und kann krebsbezogene biologische Prozesse beeinflussen.
- Die Autoren fordern die Einbindung von Raucherentwöhnungsmaßnahmen in die Krebsversorgung.
Eine Übersichtsarbeit zum Thema Krebs hat die Rolle des Tabakrauchs bei der Entstehung von Krebs hervorgehoben und damit die Annahme in Frage gestellt, dass Nikotin selbst dafür verantwortlich sei.
Der in der Fachzeitschrift „Klinická onkologie“ veröffentlichte Übersichtsartikel von Alexandra Pánková, Kamila Zvolská und Eva Králíková befasst sich mit Produkten wie E-Zigaretten, Nikotinbeuteln und erhitztem Tabak.
„Nikotin an sich ist nicht krebserregend“, schreiben die Autoren in der englischen Zusammenfassung der Arbeit.
Der Artikel gibt einen Überblick über die vorhandene Forschungslage, anstatt neue Patientendaten zu präsentieren.
Nikotin und Krebs
Die Autoren weisen darauf hin, dass Nikotin den programmierten Zelltod beeinträchtigen und die Bildung von Blutgefäßen fördern kann – Prozesse, die für das Tumorwachstum von Bedeutung sind. Sie erörtern zudem mögliche DNA-Schäden und oxidativen Stress.
Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass alle Nikotinprodukte harmlos sind.
Cancer Research UK gibt ähnliche Empfehlungen. Die Wohltätigkeitsorganisation erklärt, dass Nikotin die Suchtwirkung von Zigaretten bewirkt, während das Krebsrisiko von anderen im Tabak enthaltenen Substanzen ausgeht. Die Nikotinersatztherapie wird seit vielen Jahren sicher angewendet.
Der französische Onkologe Dr. David Khayat, ehemaliger Präsident des französischen Nationalen Krebsinstituts, traf im April 2025 dieselbe Unterscheidung. Er erklärte, dass beim Verbrennen von Tabak krebserregende Stoffe entstehen, und sprach sich dafür aus, dass Raucher, denen der Entwöhnungsversuch schwerfällt, verstärkt auf Alternativen zur Zigarette zurückgreifen sollten.
Zu Beginn desselben Jahres erklärte der Kardiologe Professor Reuven Zimlichman auf einem Ärztekongress, dass Nikotin zwar süchtig mache, jedoch nicht krebserregend sei. Er forderte medizinisches Fachpersonal nachdrücklich auf, mit Patienten, die trotz einer Herz-Kreislauf-Erkrankung weiterhin rauchen, über Alternativen zu sprechen.
Warum Rauch eine entscheidende Rolle spielt
Nach Angaben des US-amerikanischen National Cancer Institute enthält Tabakrauch mehr als 7.000 chemische Stoffe. Mindestens 250 davon gelten als gesundheitsschädlich, und mindestens 69 können Krebs verursachen, darunter Benzol, Arsen und Formaldehyd.
Die Schäden reichen weit über die Lunge hinaus. Rauchen verursacht Krebserkrankungen in Organen wie der Blase, den Nieren, der Bauchspeicheldrüse und der Leber sowie im Mund- und Rachenraum.
Warum die Art des Produkts eine Rolle spielt
In der Untersuchung werden Nikotinprodukte danach unterschieden, ob sie Tabak enthalten und ob bei ihrer Verwendung eine Erhitzung stattfindet.
Die Autoren weisen darauf hin, dass „bestimmte Formen der Nikotinersatztherapie zu den unentbehrlichen Arzneimitteln der Weltgesundheitsorganisation gehören“.
Mit Nikotinpflastern und Kaugummi können Raucher ihre Abhängigkeit in den Griff bekommen, ohne weiterhin Zigarettenrauch einatmen zu müssen.
In dem Artikel wird zudem zwischen E-Zigaretten, bei denen Flüssigkeit erhitzt wird, und Tabakerhitzungsprodukten, die Tabakblätter enthalten, unterschieden. Es wird berichtet, dass die Aerosole von Tabakerhitzungsprodukten mehr toxische Substanzen enthalten als die von E-Zigaretten.
Nikotinbeutel enthalten keine Tabakblätter und werden nicht erhitzt. Die Autoren räumen jedoch ein, dass die Belege für ihre Wirksamkeit als Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung nach wie vor unzureichend sind.
Laut Cancer Research UK sind legale E-Zigaretten weitaus weniger schädlich als das Rauchen, da potenziell schädliche Chemikalien in der Regel in wesentlich geringeren Konzentrationen enthalten sind. Ihre langfristigen Auswirkungen sind jedoch nach wie vor ungewiss, und die Wohltätigkeitsorganisation rät Personen, die noch nie geraucht haben, davon ab, damit anzufangen.
Personen, die das Dampfen nutzen, um mit dem Rauchen aufzuhören, wird empfohlen, das Rauchen vollständig einzustellen. Sobald sie sich sicher sind, dass sie rauchfrei bleiben können, können sie sich entscheiden, auch das Dampfen einzustellen. Die Vermeidung eines Rückfalls ins Rauchen hat weiterhin oberste Priorität.
Auch nach der Diagnose ist der Verzicht auf das Rauchen von entscheidender Bedeutung
In der Stellungnahme wird gefordert, dass eine leicht zugängliche Behandlung der Tabakabhängigkeit fester Bestandteil der routinemäßigen Krebsversorgung wird.
Nach Angaben des National Cancer Institute kann der Verzicht auf das Rauchen nach einer Krebsdiagnose die Heilung und das Ansprechen auf die Behandlung verbessern. Er kann zudem die Wahrscheinlichkeit verringern, dass der Krebs wieder auftritt oder sich eine zweite Krebserkrankung entwickelt.
Für Patienten mit bestimmten Krebserkrankungen heißt es in dem Bericht, dass ein Rauchstopp zum Zeitpunkt der Diagnose das Sterberisiko um 30 bis 40 Prozent senken kann.

