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Fast die Hälfte des europäischen Vape-Marktes stammt aus irregulären Quellen, so eine Studie

Eine neue Studie hat ergeben, dass fast die Hälfte der in Europa verkauften Vapes aus irregulären Quellen stammt, was das Ausmaß des illegalen und grauen Marktes für diese Produkte verdeutlicht.

Laut Forschern des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS stammen rund 48 Prozent des EU-Marktes für Vape-Produkte aus dem irregulären Handel und haben einen geschätzten Wert von 6,6 Milliarden Euro.

Die Analyse – bei der Lieferketten, Handelsströme und Zolldaten untersucht wurden – ist der erste Versuch, den irregulären Vape-Markt in Europa systematisch zu kartieren.

Die Forscher sagten: „Zum ersten Mal ist es uns gelungen, den irregulären Markt für E-Zigaretten in Europa auf der Grundlage von Handels- und Lieferkettenanalysen, Zollstatistiken und Marktsegmentierung systematisch zu kartieren.“

Illegaler Handel in Milliardenhöhe

Laut der Studie gehören zu den irregulären Produkten auch Graumarkt- und Schwarzmarktprodukte, die gegen Steuervorschriften verstoßen, die Kennzeichnungsvorschriften nicht erfüllen oder deren Herkunft nicht zurückverfolgt werden kann.

Von dem von den Forschern ermittelten irregulären Markt sind 35 Prozent mit illegalem Handel verbunden, während etwa 13 Prozent aus privaten Importen von unversteuerten oder nicht zugelassenen Produkten bestehen.

Die Forscher schätzen, dass der irreguläre Markt derzeit einen Umsatz von 6,6 Milliarden Euro in Europa ausmacht, warnen aber davor, dass er weiter wächst. Die Studie prognostiziert, dass der Markt bis 2030 ein Volumen von 10,8 Milliarden Euro erreichen könnte, wenn die derzeitigen Trends anhalten.

China dominiert die Lieferkette

Die Studie untersuchte auch, woher die Produkte stammen, die auf den europäischen Markt gelangen. Die Forscher fanden heraus, dass rund 90 Prozent der irregulären Vapes, die nach Europa gelangen, aus China kommen, wobei die südliche Stadt Shenzhen eine zentrale Rolle bei der Herstellung spielt.

Die Forscher sagten: „Unsere Analysen zeigen, dass rund 90 Prozent der E-Zigaretten für Europa aus China stammen.“

Laut der Studie werden etwa 72 Prozent der chinesischen Vape-Produktion in Shenzhen durchgeführt, während 70 Prozent der Gerätehersteller dort ansässig sind.

Nach der Einfuhr in die EU durchlaufen die Sendungen häufig große Logistikzentren, bevor sie über den Kontinent verteilt werden.

Deutschland, die Niederlande und Belgien wurden als wichtige Verteilungszentren identifiziert, in denen die aus Asien kommenden Waren auf Lastwagen umgeladen und über die EU-Binnengrenzen transportiert werden.

Paketsendungen als Herausforderung für die Durchsetzung

Die Forscher erklärten, dass die schiere Menge an internationalen Paketen, die nach Europa gelangen, die Durchsetzung zunehmend erschwert. Den in der Studie zitierten Daten zufolge kamen im vergangenen Jahr täglich rund zwölf Millionen Pakete in der EU an, deutlich mehr als in den Vorjahren.

Viele Verbraucher bestellen auch zunehmend Vape-Produkte direkt bei Verkäufern in Übersee online, so der Bericht.

Verlorene Steuereinnahmen und Druck auf legale Einzelhändler

Das Wachstum des irregulären Handels hat finanzielle Folgen für Regierungen und legale Unternehmen, warnen die Forscher. Allein in Deutschland schätzt die Studie, dass die Steuerausfälle im Zusammenhang mit irregulären Vape-Verkäufen im Jahr 2024 rund 119 Millionen Euro erreichen werden.

Horst Manner-Romberg, Geschäftsführer der MRU Beratungs- und Verlagsgesellschaft, die an der Untersuchung mitgewirkt hat, sagte, dass irreguläre Produkte den Verbraucherschutz untergraben.

Er sagte: „E-Zigaretten aus irregulären Quellen umgehen den Verbraucherschutz und die Qualitätskontrollen und sind für die Hersteller äußerst profitabel.“ Er fügte hinzu, dass Preisunterschiede zwischen den EU-Ländern Anreize für Schmuggel und grenzüberschreitende Re-Importe schaffen können.

Logistiknetzwerke unter Druck

Der Bericht hebt auch die Rolle der globalen Schifffahrtsnetze hervor, die den Fluss von irregulären Produkten nach Europa ermöglichen.

Rico Back, geschäftsführender Gesellschafter der SKR AG, der Logistikberatung, die die Studie in Auftrag gegeben hat, sagte, dass die Zollbehörden aufgrund des Umfangs der Sendungen realistischerweise nicht jedes Paket kontrollieren können.

Er sagte: „Vape-Produkte erreichen die EU in Standardverpackungen. Was wie harmlose Sendungen aussieht, summiert sich zu einem milliardenschweren Schattenmarkt.“ Back fügte hinzu: „Keine Zollbehörde der Welt kann jeden Tag Millionen von Paketen fehlerfrei kontrollieren.“

Forscher warnen, dass Verbote den illegalen Handel ausweiten könnten

Die Studie argumentiert, dass ein völliges Verbot von Vapes den illegalen Handel ungewollt verstärken könnte, indem die Verbraucher in unregulierte Vertriebskanäle gedrängt werden.

Die Autoren warnen davor, dass eine völlige Abschaffung der legalen Vertriebskanäle die Nachfrage weiter in den illegalen Markt verlagern könnte.

Stattdessen empfehlen sie, die Produktdefinitionen zu verbessern, digitale Nachverfolgungssysteme für die Lieferketten zu schaffen und die Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern zu verstärken, um die Aufsicht über die weltweiten Sendungen zu verbessern.

Die Studie wurde vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Zusammenarbeit mit der MRU GmbH durchgeführt und von der SKR AG in Auftrag gegeben, um die Größe, die Struktur und die wirtschaftlichen Auswirkungen des irregulären Vape-Marktes in Europa zu analysieren.

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