Touristen, die diesen Sommer Teile der venetischen Küste in Italien besuchen, müssen mit Geldstrafen rechnen, wenn sie am Strand rauchen, da die Ferienorte die Rauchverbote auf einige der meistbesuchten Badeorte des Landes ausweiten.
Strandverbote breiten sich in Venetien aus
Die Einschränkungen gelten an verschiedenen Stränden, darunter Jesolo, Bibione, Eraclea Mare, Caorle, Sottomarina und Isola Verde. In einigen Gebieten beziehen sich die Vorschriften ausschließlich auf Zigaretten, während in Bibione nun auch E-Zigaretten darunter fallen.
In Jesolo, einem der wichtigsten Badeorte Venetiens, gilt seit dem 1. Mai ein Rauchverbot auf dem gesamten Sandstrand. Besucher, die rauchen möchten, müssen die von den Strandbetreibern eingerichteten Raucherbereiche nutzen. Wer sich nicht an diese Vorschrift hält, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 50 € rechnen.
Dieser Schritt stellt eine erhebliche Ausweitung gegenüber dem Vorjahr dar, als Jesolo das Rauchen lediglich in dem Bereich direkt am Meer eingeschränkt hatte. Die Strandverordnung von 2026 dehnt das Rauchverbot auf den gesamten Sandstrand aus, lässt jedoch weiterhin das Rauchen in ausgewiesenen Bereichen, an der Strandpromenade sowie in einigen Kiosken zu, die sich gegen die Teilnahme an dem umfassenderen Verbot entschieden haben.
Bibione bezieht E-Zigaretten in neue Vorschriften ein
Bibione, das sich bereits seit mehr als einem Jahrzehnt für rauchfreie Strände einsetzt, ist nun noch einen Schritt weiter gegangen. Der Ferienort hat sein Projekt „Respira il Mare“ erstmals im Jahr 2011 ins Leben gerufen und beschränkt nun sowohl das Rauchen als auch das Dampfen auf seinem neun Kilometer langen Strand. Rauchen und Dampfen sind nur in 40 ausgewiesenen Raucherbereichen gestattet.
Andere Ferienorte in Venetien verfolgen einen schrittweisen Ansatz.
In Caorle gelten Einschränkungen für den direkt am Meer gelegenen Bereich, während Eraclea Mare in dieser Saison ein Rauchverbot am Strand eingeführt hat. Sottomarina und Isola Verde sind bereits seit sechs Jahren rauchfrei, wobei für Raucher ausgewiesene Bereiche zur Verfügung stehen.
Gesundheit, Müll und Schadensminderung
Die Maßnahmen werden vor Ort mit zwei Gründen begründet. Diese sind die Verringerung der Belastung durch Passivrauchen und die Reduzierung der Anzahl der im Sand zurückgelassenen Zigarettenkippen.
Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich Tabakabfällen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gehören Tabakprodukte weltweit zu den am häufigsten weggeworfenen Gegenständen, wobei Zigarettenfilter zur Plastikverschmutzung beitragen und weggeworfene Tabakprodukte giftige Chemikalien in die Umwelt freisetzen.
Die Einbeziehung von E-Zigaretten in einige Strandverbote bringt jedoch eine bekannte Komplikation für die Politik der Schadensminderung mit sich. Zigaretten erzeugen Rauch, Asche und weggeworfene Filter. E-Zigaretten erzeugen keinen Tabakrauch und hinterlassen keine Zigarettenkippen an Stränden, obwohl Einweg-E-Zigaretten und unsachgemäß entsorgte E-Zigaretten-Produkte separate Abfallprobleme verursachen.
Bei den Vorschriften in Venetien handelt es sich eher um lokale Strandregelungen als um eine nationale Tabakpolitik. Sie sind auf den öffentlichen Raum, die Sauberkeit der Strände und den Komfort für andere Besucher ausgerichtet und nicht auf die Raucherentwöhnung. Dennoch zeigt diese Ausweitung, wie Rauchen und Dampfen unter dieselben Beschränkungen fallen können, sobald Behörden den Nikotinkonsum als Belästigung im öffentlichen Raum einstufen.
Gesundheitsbehörden im Vereinigten Königreich, darunter auch der NHS, bezeichnen das Dampfen weiterhin als weniger schädlich als das Rauchen für erwachsene Raucher, die vollständig umsteigen. Gleichzeitig stehen Regierungen und Kommunalverwaltungen unter Druck, das Dampfen unter Jugendlichen, das öffentliche Dampfen sowie den Abfall durch Einwegprodukte zu reduzieren. Die italienischen Strandvorschriften stehen im Schnittpunkt dieser Debatten.

